CoL - Mitmachen statt meckern

fimmtudagur, 10. september 2026

PDG Klaus-Günther Strack

Jeder, der Ideen für Verbesserungen bei Rotary hat, sollte jetzt aktiv werden, denn neue Gesetzesentwürfe für das Council on Legislation (CoL) 2028 müssen bis März 2027 eingereicht werden. Mit unserer Mitgliedschaft bei einem Rotary Club, der wiederum Mitglied bei Rotary International (RI) ist, gehen Rechte, Regeln und Verpflichtungen einher, die die meisten Mitglieder kaum kennen.

Zum Beispiel sind die Clubs verpflichtet, einen Beitrag an RI abzuführen – in diesem Rotary-Jahr 85,50 Dollar pro Mitglied. Und wenn jemand neue Gruppen für Rotary erschliessen möchte, darf man zum Beispiel einen „Rotary Club Weinfreunde in Deutschland“ gründen. Für diesen neuen Club muss man mindestens 15 Gründungsmitglieder finden – und schon kann es losgehen.

Rotary ist demokratisch aufgebaut

Zu den Rechten als Mitglied gehört auch, dass man grundsätzlich alle Treffen von Rotary Clubs weltweit besuchen darf. Dazu zählt ausserdem, dass sich jeder von uns als Governor vorschlagen lassen kann, wenn man bereits sieben Jahre Mitglied in einem Rotary Club ist und Präsident war, oder dass man andere Ämter bei Rotary übernehmen kann, wenn man ein Mitglied „in good standing“ ist. Was vor allem heisst, dass man die Clubbeiträge gezahlt hat und die Club-individuellen (!) Präsenzregeln erfüllt.

Alles schön und gut, mag jetzt mancher denken, aber an all diesen Regeln kann ich als einfaches Mitglied doch nichts ändern … Falsch! Denn was den wenigsten bewusst ist: Rotary ist von „unten“ nach „oben“ demokratisch aufgebaut. Das beginnt an der Basis mit Abstimmungen zur Clubsatzung und der Wahl zum Präsidentenamt und reicht bis zur höchsten Ebene mit den Regeln zur Wahl eines RI-Präsidenten oder RI-Direktors.

Dieses „oben“ ist das Council on Legislation (CoL), das Rotary-Parlament und als Legislative das oberste Entscheidungsgremium, dessen Beschlüsse für alle innerhalb Rotarys gelten. Das gilt für den Rahmen der Clubsatzung bis zu den Befugnissen des RI-Präsidenten. In diesem Parlament ist jeder Distrikt mit einem „Abgeordneten“ oder Delegierten vertreten, den der Distrikt alle drei Jahre wählt; das fand in unseren Distrikten vor wenigen Monaten statt.

Das CoL debattiert aber nicht und beschliesst dann irgendwelche neuen Regeln oder Satzungen, sondern entscheidet nur über Vorschläge, die von einzelnen Rotary Clubs, Distrikten oder dem RI-Board eingebracht wurden. Wenn mir also bei Rotary etwas nicht gefällt, verstaubt oder unpraktisch vorkommt, kann ich das auf den Prüfstand stellen lassen, denn jeder Club darf Anträge für das CoL 2028 einbringen. Beim „Wie“ hilft der CoL-Delegierte Ihres Distrikts.

Thema fürs nächste Meeting?

Wollen wir beispielsweise für Jüngere relevant bleiben und deswegen das CoL als höchstes Rotary-Gremium auch mit Jüngeren besetzen? Dann könnte ein Club vorschlagen, dass zu den heutigen CoL-Delegierten mit oft jahrzehntelanger Rotary-Erfahrung zusätzlich jede Zone einen Delegierten wählt, der als einzige Voraussetzung erfüllt, bei der Wahl unter 40 Jahre alt zu sein. Ich bin sicher: Sie haben Ideen. Es wäre schade, wenn Sie diese für sich behielten oder nur mit einzelnen Freunden diskutierten. Der März 2027 scheint jetzt noch weit weg zu sein, nur: Rotarische Mühlen mahlen mit Verzögerung, daher: Machen Sie Ihre Idee zum Thema beim nächsten Meeting.

Klaus-Günther Strack (RC Aalen-Heidenheim) ist Past-Gov. 2022/23 des Distrikts 1830 und CoL-Beauftragter des Deutschen Governorrates

Die CoL-Delegierten für die Schweiz sind: