Die liberianische Umweltwissenschaftlerin Feedell S. Yomah verbrachte unter dem Patronat der OST in Rapperswil einen achtwöchigen Bildungsaufenthalt in der Schweiz. Möglich machte dies ein vom RC Oberer Zürichsee unterstütztes Programm.
Während ihres dreiwöchigen Aufenthalts an den OST-Instituten SPF und UMTEC in Rapperswil lernte Feedell S. Yomah technische Lösungen in den Bereichen Trinkwasseraufbereitung, Abwasserbehandlung und Solartechnik kennen. Sie setzte sich dabei mit den theoretischen Grundlagen, vor allem aber mit praktischen Aufgaben auseinander. Ziel ist es, dass die junge Frau das neuerworbene Wissen nach ihrer Rückkehr in die Heimat direkt einsetzt.
Nach dem Auftakt an der OST standen für Feedell S. Yomah diverse Besuche bei lokalen Unternehmen an. Auch ein Abstecher zum RC Oberer Zürichsee stand auf dem Programm; sie stellte dort ihr Wirken vor.
Für die Studentin war die Reise in die Schweiz der vorläufige Höhepunkt eines Programms, das im vergangenen Jahr in Liberia begonnen hatte.
Damals nahmen 28 sorgsam ausgewählte Studentinnen und Studenten von fünf Universitäten an einem zehntägigen Theorie- und Praxiskurs teil. Fachleute der OST vermittelten ihnen Kenntnisse zu Wasser, Solarenergie, Projektmanagement und Kommunikation. Zudem sollten die Teilnehmenden in fünf Teams eigene Infrastrukturprojekte entwickeln und umsetzen.
Der RC Oberer Zürichsee finanzierte die Vorhaben über seinen Gemeindienst mit namhaften Beiträgen. Die Projekte befassten sich mit Trinkwasser, Abwasserentsorgung, Solarenergie und Regenwassernutzung. Gemeinsam mit weiteren Partnern beteiligte sich der Club an einem District Grant, der besonders engagierten Studierenden eine Weiterbildung in der Schweiz ermöglichen sollte.
Ein Projekt wurde wegen mangelhafter Planung gestoppt, ehe Fördergelder geflossen waren. Vier Teams brachten ihre Vorhaben dagegen erfolgreich zum Abschluss. Eine Schweizer Delegation mit technischen Fachleuten nahm die Anlagen im Dezember 2025 vor Ort in Augenschein und bestätigte ihre Funktionsfähigkeit.
Wie konkret diese Arbeit wirkt, zeigt das Gesundheitszentrum von Chocolate City. Die Klinik versorgt monatlich mehr als 800 Menschen. Vor der Sanierung fehlte eine funktionierende Wasserversorgung, auch die hygienischen Verhältnisse waren prekär. Ein Studententeam reaktivierte ein Grundwasserbohrloch und installierte neue Pumpen. Ergänzt wurden eine biologische Abwasseranlage sowie eine Einrichtung zur Entsorgung medizinischer Abfälle. Die Mitarbeitenden wurden in Betrieb und Wartung geschult, damit sie die weitere Verantwortung übernehmen können.
Von den 28 Studierenden blieben 15 bis zum Ende des Projektjahres aktiv. Das Team um Feedell S. Yomah erhielt schliesslich als sogenannte «CHUB-Champions» die Möglichkeit, sein Wissen in der Schweiz zu vertiefen.
Neben Feedell hatte sich auch Elvis M. Clinton für die Reise in die Schweiz qualifiziert, doch er konnte sie nicht mehr antreten: Der kluge, bescheidene und engagierte junge Mann starb im Januar 2026 bei einem Verkehrsunfall nahe Monrovia.
Auch Feedells Aufenthalt stand zunächst wegen Visumsproblemen auf der Kippe. Nach intensiven Gesprächen konnte sie die Reise schliesslich doch antreten.
«Genau darin liegt», so Rot. Felix Walz, der Initiant des Projekts, «der Kern unserer Arbeit: Der RC Oberer Zürichsee finanziert nicht einfach einzelne Anlagen. Er unterstützt junge Fachleute dabei, Lösungen für ihre Gemeinden selbst zu entwickeln – und sie langfristig weiterzuführen.»