Zum Abschluss seiner Europatournee besuchte RI-Präsident Francesco Arezzo das Europa/Afrika-Büro in Zürich. Im Zentrum standen der Austausch mit den Zonen 15/16, Schweizer Leuchtturmprojekte – und die Frage, wie Rotary seine Mitglieder langfristig stärkt.
Francesco Arezzo war einen Monat lang mit seiner Frau Anna Maria in Europa unterwegs. Auf seiner Reise besuchte der RI-Präsident zahlreiche Clubs und rotarische Organisationen. Den Abschluss dieser Europatournee bildete ein Besuch in Zürich – genauer: im Europa/Afrika-Büro von Rotary International am Klusplatz.
Empfangen wurden Francesco und Anna Maria Arezzo am 26. März im Zürcher Hauptbahnhof von DG Andrea Weber und ihrem Mann, Rot. Peter Allenspach. Begleitet wurde der RI-Präsident auf seiner Reise von John de Giorgio, Past District Governor aus Malta, und dessen Frau Monique. Im Hotel traf die Gruppe auf weitere Rotarier, die sich im District 2000 oder in den Zonen 15/16 engagieren.
Ein wenig Zürich durfte dabei natürlich nicht fehlen. Auf dem Weg zum Restaurant zeigte Andrea Weber dem Besuch einige markante Punkte der Stadt: den Paradeplatz als Zentrum der Schweizer Finanz- und Bankenwelt, die Limmat, die Altstadt sowie die beiden Hauptkirchen Fraumünster und Grossmünster. Zürich präsentierte sich damit nicht nur als internationaler Wirtschaftsplatz, sondern auch als rotarischer Standort von besonderer Bedeutung.
Austausch im Europa/Afrika-Büro
Am Freitagmorgen traf sich Francesco Arezzo mit Marco Nicosia und mehreren Mitgliedern seines Teams im Europa/Afrika-Büro von Rotary International. Das Büro umfasst rund 40 Mitarbeiter und betreut mehr als 300000 Rotary-Mitglieder in über 110 Ländern. Seine Aufgaben reichen von administrativer Unterstützung über Beratung bis hin zur Begleitung rotarischer Fragen in unterschiedlichsten Regionen.
Dem RI-Präsidenten wurde zunächst die Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Europa/Afrika-Büros gezeigt. Anschliessend folgte ein Gespräch über die vielfältigen Aufgaben und aktuellen Herausforderungen dieser wichtigen rotarischen Drehscheibe.
Währenddessen kamen mehrere Governors der Zonen 15/16, Vertreter von Rotaract sowie Mitglieder des Teams von Christine Büring, Direktorin der Zonen 15/16, im Sitzungszimmer zusammen. Christine Büring hatte den Besuch des RI-Präsidenten in Zürich organisiert und führte gemeinsam mit PDG Claudia Hendry, Regional Plan Team Lead, durch den Tag.
Im ersten Teil informierten zwei Mitarbeiterinnen des Europa/Afrika-Büros darüber, wie Rotary International die Distrikte und Clubs in der Pressearbeit und im Bereich Social Media unterstützen kann. Danach stand der Regional Action Plan im Zentrum, das Strategiepapier der Zonen 15/16. Gemeinsam wurde geprüft, welche Bereiche bereits gut auf Kurs sind und wo weiterer Handlungsbedarf besteht.
Schweizer Projekte mit internationaler Strahlkraft
Im Lauf des Morgens stiess Francesco Arezzo zur Gruppe. Andrea Weber stellte ihm drei Schweizer Leuchtturmprojekte vor: ROKJ, Visite und mine-ex.
ROKJ wurde 2008 im Thurgau gegründet. Heute gibt es schweizweit 39 ROKJ-Regionen. Seit der Gründung wurden fast acht Millionen Franken gesammelt. Damit wurden Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien unterstützt, etwa durch Beiträge an Aktivitäten in Sport, Musik und Bildung.
Visite wiederum wurde 1998 vom RC Uster ins Leben gerufen. Rund 80 der aktuell 225 Rotary Clubs in der Schweiz und in Liechtenstein sind heute Mitglied von Visite. Das Projekt ermöglicht jungen Menschen Austauschaufenthalte während ihrer Lehre oder in ihrem Beruf und fördert damit berufliche Erfahrung, persönliche Entwicklung und internationale Verständigung.
Auch die Stiftung mine-ex wurde vorgestellt. Seit gut 30 Jahren unterstützt sie Landminenopfer in Afghanistan, Kambodscha und der Ukraine. Jährlich sammelt mine-ex rund 700000 bis 800000 Franken an Spendengeldern. Damit werden unter anderem Prothesen, Rehabilitation und konkrete Hilfe für Menschen finanziert, die durch Landminen schwer verletzt wurden.
Francesco Arezzo zeigte sich besonders interessiert an Projekten, die aus Rotary herausgewachsen sind und über viele Jahre Wirkung entfalten. Zugleich betonte er mehrfach, wie wichtig es für Rotary sei, sich nicht nur um die Gewinnung neuer Mitglieder zu kümmern, sondern auch um jene, die bereits Teil der Organisation sind. Eine Mitgliedschaft müsse erfahrbar machen, warum Rotary relevant bleibt – persönlich, beruflich und gesellschaftlich.
Dabei ermunterte der RI-Präsident die Anwesenden ausdrücklich, auch unkonventionelle Wege zu gehen. Rotary müsse seine Werte bewahren, aber offen bleiben für neue Formen der Begegnung, der Kommunikation und des Engagements.
Am Abend flog Francesco Arezzo mit seinem Begleitteam zurück nach Sizilien. In Zürich blieb der Eindruck eines kompakten, intensiven Besuchs – und die Erinnerung daran, dass Rotary in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein mit seinen Projekten und seiner Struktur einen festen Platz im internationalen rotarischen Netzwerk einnimmt.