Ämter wechseln, Erfahrung bleibt

utorak, 7. juli 2026.

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Beim Treffen der Past Governors in Lugano ging es um mehr als Jahresberichte. Im Zentrum stand, was Rotary über Amtsjahre hinweg stark macht: Erfahrung, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung weiterzugeben.

Bei Rotary hat der Kalender eine klare Zäsur: Am 30. Juni endet das Amtsjahr. Nur endet damit eben nicht alles, was in diesem Jahr angestossen wurde. Projekte laufen weiter, Kontakte bleiben, Erfahrungen wirken nach. Genau dafür gibt es das jährliche PDG-Treffen. Am 8. und 9. Mai kamen die früheren Governors in Lugano zusammen – zum Austausch über laufende Themen, offene Fragen und die Zusammenarbeit der drei Distrikte 1980, 1990 und 2000.

Lugano bot dafür einen passenden Rahmen: südlich, offen, gastfreundlich und geschichtsträchtig zugleich. Bereits am Freitag führte eine Führung durch die Gassen der Stadt, vorbei an der Cattedrale San Lorenzo, der Piazza Cioccaro, der Via Nassa und dem LAC. Am Abend folgten Apéro, gemeinsames Dinner und Gespräche mit dem Governorrat sowie weiteren Gästen. Am Samstag wurde gearbeitet: Die PDG-Konferenz begann mit der Begrüssung durch Christoph Blaser, der im Rotary-Jahr 2025/26 den Vorsitz des Governorrats Schweiz/Liechtenstein innehatte.

Ein wichtiger Moment galt dem Gedenken an zwei verstorbene rotarische Freunde: PDG Marc Naville und PDG Peter Gut. Marc Naville war seit 1976 Rotarier, Paul Harris Fellow und Mitglied des RC Bad Ragaz. Peter Gut prägte als Gründungsmitglied den RC Küsnacht und blieb seinem Club bis zuletzt eng verbunden.

Danach ging es um die Gegenwart – und um einen Satz, der schlicht klingt, aber viel über gutes rotarisches Arbeiten sagt: Wer ein Projekt startet, soll es bis zum Ende weiterverfolgen, auch wenn es die eigene Amtszeit überschreitet. In der Praxis wird daraus schnell mehr als ein organisatorischer Hinweis. Es geht um Verlässlichkeit bei Katastrophenhilfe, Mitgliederentwicklung, Jugendprogrammen, Kommunikation und der Kooperation zwischen den drei Distrikten.

Wie handfest diese Arbeit ist, zeigte die Hilfe nach den Wasserfluten im Tessin, im Wallis und in der Mesolcina. Insgesamt wurden Unterstützungsbeiträge von 186921 Franken ausgewiesen – unter anderem für die Feuerwehrhalle in Peccia, Wasserleitungen in der Lavizzara, den Wiederaufbau der Ponte San Rocco in Cevio, Unterstützung im Wallis sowie Hilfe für Betroffene und Landwirte in der Mesolcina. Das sind keine abstrakten Beträge aus einer Tabelle. Dahinter stehen Gemeinden, Familien, Betriebe und Menschen, die nach einer Katastrophe wieder Halt finden müssen.

Auch die drei Governors des Rotary-Jahres 2025/26 brachten ihre Erfahrungen ein: John Manning für den Distrikt 1980, Jouni Heinonen für den Distrikt 1990 und Andrea Weber Allenspach für den Distrikt 2000. Sie sprachen über Projekte, Clubleben, Herausforderungen und die vielen kleinen und grossen Entscheidungen, die ein Governorjahr prägen. Mit Urs F. Meyer, René Loretan und Dieter Bambauer kamen zugleich jene drei Rotarier zu Wort, die ab 1. Juli die Verantwortung in den Distrikten tragen.

Zum Abschluss übergab Christoph Blaser den Vorsitz im Governorrat an Jouni Heinonen. Ein formaler Akt, gewiss. Aber auch ein schönes Bild für Rotary: Ämter wechseln, Erfahrung bleibt. Und manchmal liegt die Stärke einer Organisation genau darin, dass niemand ganz bei null beginnt.    

PDG-Treffen: frühere, amtierende und künftige Governors aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein zusammen in Lugano.


Die Distrikte an einem Tisch

Nicht nur die Past District Governors trafen sich in Lugano: Auch der Governorrat Schweiz/Liechtenstein kam dort zu einer seiner regulären Sitzungen zusammen. Dieses Gremium verbindet die rotarische Gegenwart mit der nahen Zukunft – und sorgt dafür, dass distriktsübergreifende Aufgaben koordiniert angegangen werden.

Dem Governorrat CH/FL gehören die amtierenden Governors, die immediate Past District Governors, die Governors elect und die Governors nominee der drei Distrikte 1980, 1990 und 2000 an.

Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Koordination distriktsübergreifender Regelungen, der Erfahrungsaustausch, die Durchführung von Interdistriktskonferenzen und regelmässige Sitzungen. Zudem befasst sich der Governorrat mit Mitgliederbeiträgen, etwa für Länderausschüsse oder den Jugendaustausch, und entsendet Delegierte in distriktsübergreifende Vereine, Stiftungen und Kommissionen.