Das Budget des Distrikts 1990 für das Rotary-Jahr 2025/26 gab Anlass zu einer lebhaften Debatte auf der Generalversammlung, die am 8. März in Lausanne stattfand. Die Erhöhung der Mitgliederbeiträge von 60 auf 66 Franken wurde schliesslich mit der Zustimmung von 32 Clubs gegen 8 Gegenstimmen angenommen. Dass sich 19 Clubs der Stimme enthielten, spiegelt die Vorbehalte gegenüber den geplanten Ausgaben wider, die unter anderem für eine neue Präsenz in den sozialen Netzwerken vorgesehen sind, sowie gegenüber einem Budget, das durch die nächste Rotary-Universität belastet wird.
Die vom derzeitigen und dem zukünftigen Governor, René-Marc Blaser und Jouni Heinonen, geforderte Erhöhung der Mitgliederbeiträge von 60 auf 66 Franken pro Kopf sorgte für Unmut. Wie soll man den Mitgliedern erklären, dass sie mehr für den Distrikt bezahlen müssen, während viele Clubs gezwungen sind, den Gürtel enger zu schnallen? Das fragten sich zahlreiche Delegierte, die an diesem Samstag, dem 8. März, auf der Generalversammlung des D 1990 im Hotel Aquatis oberhalb von Lausanne das Wort ergriffen.
Welcher Return on Investment?
Offensichtlich hat die Begründung für die zusätzlichen Ausgaben, die zu dieser Erhöhung führen, nicht vollständig überzeugt: eine dritte Sitzung des Governorsrats im Jahr, die Beteiligung an den Betriebskosten der Schweizerischen Rotary-Stiftung, die es notabene ermöglicht hat, rasch Hilfe für die Opfer der Unwetter zu organisieren, höhere Kosten für das Distriktsekretariat nach dem Wechsel von einer selbstständigen Tätigkeit zu einer Anstellung mit Sozialabgaben und einen Betrag von 16800 Franken für die Beteiligung an der von Rotary Communication Services (RCS), vormals Verein Rotary Medien (VRM), bereitgestellten Online-Kommunikation. Dieser erweiterte Auftrag, der bisher von den bzw. für die Distrikte 1980 und 2000 finanziert wurde, soll insbesondere die Sichtbarkeit von Rotary in den sozialen Netzwerken verbessern und so mehr junge Menschen erreichen. Dazu René-Marc Blaser: „Wenn wir die gewünschte Verjüngung unserer Clubs, deren Durchschnittsalter bei 62 Jahren liegt, erreichen wollen, müssen wir dorthin gehen, wo sich die potenziell jüngeren Kandidaten befinden, und in unsere Präsenz auf Social Media investieren.“
Mehrere Votanten forderten eine Bilanz dieser Investition nach ein bis zwei Jahren, da sie sich skeptisch zeigten in Bezug auf den „Return on Investment“, darunter auch PDG Jean-Noël Gex. Jouni Heinonen erinnerte die Anwesenden daran, dass diese Beteiligung dem Distrikt 1990 die Nutzung einer bereits bestehenden Plattform ermöglichen wird. „Aber es liegt an Ihnen allen, sie zu nutzen!“. Andere Delegierte bekräftigten die Notwendigkeit sozialer Netzwerke, kritisierten jedoch den für die nächste Rotary-Uni angesetzten Betrag: Sie soll an der renommierten Hotelfachschule Lausanne stattfinden, die sich im Distrikt des RC Jorat, dem Club von Jouni Heinonen, befindet, und doppelt so viel kosten wie die letzte, die im CHUV in Lausanne stattfand.
Das Versprechen von Jouni Heinonen
Letztendlich war es der Vorschlag von PDG Claudine Wyssa, der den Weg für einen Kompromiss ebnete, nämlich die Erhöhung der Beiträge unter der Bedingung zu akzeptieren, dass das im Budget von Jouni Heinonen vorgesehene Defizit in Höhe von 10000 Franken auf Null reduziert wird. Der Governor 2025/26 erklärte sich bereit, diese Herausforderung anzunehmen, und auf dieses Versprechen hin passierte das Budget schlussendlich die Abstimmung, nachdem die Erhöhung der Mitgliederbeiträge von 32 gegen 8 Clubs bei 19 Enthaltungen angenommen worden war. In diesem Zusammenhang kann festgehalten werden, dass es IPDG Simon Bichsel gelungen ist, das Defizit im Rechnungsjahr 2023/24 von den budgetierten 10600 auf 5400 Franken zu reduzieren.
Nach diesen lebhaften Debatten lernte die Versammlung den für 2027/28 nominierten Governor, Jean-François Richter, und die von Jouni Heinonen für den Distrikt 1990 festgelegten Ziele näher kennen. Danach folgte sie mit grossem Interesse einen Vortrag des Direktors von Aquatis, Michel Ansermet, der die Bildungs-, Schutz- und Forschungsarbeit dieses Vivariums und Aquariums für Süsswasserfische aus fünf Kontinenten vorstellte. Der Tag, der am Morgen mit Workshops für die Clubpräsidenten begonnen hatte, endete bei guter Laune bei einem Aperitif.