Neue Energie nach der Katastrophe

giovedì 6 novembre 2025

François Bernard, dla

Die Solidarität der Rotarier gibt Blatten und den Gemeinden im Lötschental neue Energie für den Wiederaufbau. Dank der Grosszügigkeit der Clubs und Spender hat die Rotary Foundation Schweiz bereits die bemerkenswerte Summe von 330'000 Franken gesammelt. Diese finanzielle Unterstützung wird durch einen wichtigen menschlichen Austausch ergänzt, der zeigt, wie sehr Solidarität und Nähe im Mittelpunkt des rotarischen Engagements stehen.

Sechs ehemalige Clubpräsidentinnen und -präsidenten aus dem Wallis reisten kürzlich ins Oberwallis, um ihren rotarischen Freund Hans-Jakob Rieder im Herzen des Lötschentals zu besuchen. Diese Reise hatte zwei Ziele. Zum einen sollte die Unterstützung von Rotary für die von der Katastrophe betroffenen Gemeinden bekundet werden. Andererseits ging es darum, vor Ort zu verstehen, wie dieses Bergdorf und das gesamte Lötschental die Katastrophe in einen Motor für Erneuerung verwandeln.

Interkommunale Solidarität

Im Zentrum dieser Bewegung steht Matthias Bellwald, der Gemeindepräsident von Blatten, der sich durch seine bemerkenswerte Energie auszeichnet. Mit der Unterstützung der Gemeinden des Lötschentals ist es ihm gelungen, aus der Not Taten zu entwickeln. Gemeinsam haben diese Gemeinden konkrete Lösungen für jede Familie, jedes Unternehmen und jeden Wirtschaftssektor gefunden. Die Katastrophe war kein Endpunkt. Sie war der Auslöser für einen mutigen Wiederaufbau, der auf Dauer angelegt ist.

Inspirierende Begegnungen

Unter der Leitung von Lukas Kalbermatten-Ritler, Hotelier aus Blatten, tauschten sich die Rotarier während ihres zweitägigen Besuchs mit zahlreichen lokalen Persönlichkeiten aus. Das Projekt eines neuen Hotels auf der Lauchernalp ist ein starkes Symbol dafür: Der Wille, eine hochwertige Hotellerie aufrechtzuerhalten, die die Attraktivität der Region garantiert, bleibt ungebrochen. Diese Gespräche zeigten ein lebendiges Tal, in dem sich die Projekte mehren und Innovation mit Tradition im Dialog steht.

Eine Region erfindet sich neu

Blatten und das Lötschental weigern sich, in Vergessenheit zu geraten. Das Tal ist keineswegs durch die Katastrophe gelähmt, sondern erfindet sich neu. Die majestätischen Landschaften, die wirtschaftlichen Initiativen und die Vitalität seiner Bewohner erzählen eine Geschichte der Hoffnung. Diese Reise hat eine Überzeugung bestärkt: Es ist unerlässlich, die Mitglieder von Rotary, die Wirtschaftsakteure und die breite Öffentlichkeit weiterhin zu sensibilisieren, damit diese Wiederbelebung an Dynamik gewinnt.

Durch diese Reise haben die Rotarier erkannt, wie sehr kollektive Kraft und Kreativität eine Katastrophe in einen Neuanfang verwandeln können. Dabei wurde ihnen klar: Das Lötschental ist nicht nur dabei, sich wieder aufzurichten. Es schreibt ein beispielhaftes Kapitel über Widerstandsfähigkeit, Solidarität und Zukunftsvisionen.

Solidarität der Rotarier

Die meisten Einwohner von Blatten haben bei dem katastrophalen Erdrutsch am 28. Mai 2025 alles verloren. Etwa zwei Kilometer entfernt sah der Rotarier Hans-Jakob Rieder, wie sich der Berg löste und vor seinen Augen niederging. Der ehemalige Präsident des Rotary Clubs Leuk-Leukerbad und Unternehmer war fassungslos, erkannte jedoch schnell das ganze Ausmass der Katastrophe: Das Dorf war fast vollständig zerstört, Familien hatten alles verloren, Leben waren aus den Fugen geraten. Ohne zu zögern beschloss er zu handeln. Er stellte einem ehemaligen Lehrling, dessen Frau und zwei Kindern, deren neu gebautes Einfamilienhaus gerade zerstört worden war, sein eigenes Haus zur Verfügung und zog selbst in ein kleines Studio.

Dieser Elan der Solidarität geht weit über den persönlichen Rahmen hinaus. Ende Oktober hatte die Rotary-Stiftung Schweiz bereits 330000 Franken gesammelt, um Blatten zu helfen. Dank seiner Ortskenntnisse koordiniert Rot. Hans-Jakob Rieder die Anträge auf finanzielle Unterstützung und leitet die Gesuche an die Stiftung weiter. «Rotary möchte vorrangig Unternehmen und Familien unterstützen, die keine Hilfe von Versicherungen erhalten, da ihre Gebäude noch stehen», erklärt er. «Diese Menschen haben mit gravierenden Liquiditätsproblemen zu kämpfen: Sie können nicht mehr arbeiten, insbesondere in den Gebieten, die nun gesperrt sind. Hier wollte Rotary schnell helfen», betont Hans-Jakob Rieder.

In einer zweiten Phase werden die von der Stiftung gesammelten Gelder für konkrete Wiederaufbauprojekte verwendet, die derzeit geprüft werden. Die Unterstützung der Rotarier durch die Rotary-Stiftung Schweiz gibt den Bewohnern des Lötschentals wieder Hoffnung. Hans-Jakob Rieder bestätigt: «In Blatten ist der Wille, voranzukommen, ungebrochen.


Matthias Bellwald, Gemeindepräsident von Blatten (im hellblauen Hemd), im Austausch mit einer rotarischen Delegation