Mit Steinen, Tannenzapfen, Holz und viel Muskelkraft erneuerte der RC Oerlikon den Barfussweg im Gehörlosendorf Turbenthal. Unterstützung kam auch vom deutschen Freundschaftsclub Dinkelsbühl-Feuchtwangen.
Was braucht es für einen
Barfussweg? Unterschiedliche Materialien, handwerkliches Geschick – und
Menschen, die bereit sind, kräftig anzupacken. Vom 5. bis 7. Juni 2026 brachte
der RC Oerlikon all dies nach Turbenthal. Unter dem Motto «Rotary in Aktion» rückten
Mitglieder sowie ihre Partnerinnen und Partner zum diesjährigen Arbeitseinsatz
im Gehörlosendorf an.
Ihr Auftrag war klar: Der
beliebte Barfussweg, der Bewohner ebenso wie Gäste aus der Region zum Ertasten,
Balancieren und Ausprobieren einlädt, musste von Grund auf erneuert werden.
Am Samstagmorgen wurde aus dem
Wochenendausflug ein Arbeitseinsatz. Alte Elemente wurden abgetragen, neue
Abschnitte angelegt und sorgfältig mit Steinen, Holz und Tannenzapfen befüllt.
Während draussen der Weg Gestalt annahm, gingen in der Schreinerei die
Holzarbeiten voran. Es wurde getragen, geräumt, gebaut und immer wieder
geprüft, ob das Ergebnis auch unter blossen Füssen überzeugte.
Unterstützung erhielt der RC
Oerlikon von einer Delegation seines deutschen Freundschaftsclubs
Dinkelsbühl-Feuchtwangen. Die Gäste waren nicht allein für das gesellige
Wochenende angereist: Sie packten tatkräftig mit an und unterstützten das
Projekt darüber hinaus mit einer grosszügigen Geldspende.
Für die nötige Verständigung
sorgte eine kurze Einführung in die Gebärdensprache, die bereits am Vorabend
stattgefunden hatte. Was zunächst noch etwas ungewohnt wirkte, kam beim
gemeinsamen Arbeiten bald rege zum Einsatz. Die neu erlernten Zeichen öffneten
eine zusätzliche Tür zu den Menschen im Gehörlosendorf.
Auch die Führungen durch das
Dorf erweiterten den Blick. Sie vermittelten Einblicke in den Alltag der
Bewohnerinnen und Bewohner und in die Arbeit der Stiftung Schloss Turbenthal.
Begegnungen ergaben sich bei der Arbeit, beim gemeinsamen Mittagessen, im Dorfladen
oder während eines Spaziergangs. Auf diese Weise wurde aus dem Bauprojekt ein
gemeinsames Erlebnis.
Der erneuerte Barfussweg ist
Trainingsgerät, Sinneserfahrung und Treffpunkt zugleich. Unterschiedliche
Untergründe fördern Körperwahrnehmung, Gleichgewicht und Koordination. Vor
allem aber lädt der Weg Menschen aus dem Dorf und aus der Umgebung dazu ein,
miteinander in Kontakt zu kommen.
Marc Basler von der Stiftung
Schloss Turbenthal begegnet dem Ergebnis seither täglich: «Ich fahre jeden
Morgen zum Gehörlosendorf und sehe voller Stolz, was wir da gemeinsam
geschaffen haben. Einfach nur grossartig!»
Das Arbeiten nahm den
wichtigsten Platz ein, doch auch das Clubleben kam nicht zu kurz. Zum Auftakt
besichtigte die Gruppe die traditionsreiche Firma Kuhn Rikon und erhielt
Einblick in deren Produktion. Nach dem Zimmerbezug im Kloster Fischingen führte
der Weg am Abend in den historischen Gasthof Gyrenbad. Im Feuerkeller boten
Apéro und Abendessen Gelegenheit, sich kennenzulernen und auf den
bevorstehenden Einsatz einzustimmen.
Am Sonntag wechselte der
Schauplatz nochmals. Eine Führung durch das Kloster Fischingen und ein
gemeinsamer Apéro beschlossen das Wochenende. Mit nach Hause nahmen die
Teilnehmenden die Erinnerung an einen intensiven Einsatz – und das sichtbare
Ergebnis ihrer Arbeit.
Beim einmaligen Projekt soll
es nicht bleiben. Der RC Oerlikon und die Stiftung Schloss Turbenthal wollen
ihre Zusammenarbeit in den kommenden Jahren fortsetzen. Erste Ideen liegen
bereits auf dem Tisch. Der neu angelegte Barfussweg könnte damit der Anfang
eines längeren gemeinsamen Weges sein.