Interview mit der IIW-Präsidentin

torsdag 13 oktober 2022

Angelika Walde

Im September 2022 hatte Inner Wheel Schweiz-Liechtenstein die Ehre, die aktuelle Internationale IW Präsidentin, Zenaida Farcon von den Philippinen, für einen dreitägigen Besuch willkommen zu heissen. Dabei bot sich die Gelegenheit zu einem kleinen Interview.

Zenaida, seit wann bist Du Mitglied bei Inner Wheel?

Ich wurde 1988 im Alter von 28 Jahren Inner Wheel-Mitglied. Im gleichen Jahr trat mein Mann bei Rotary ein.

Was hat Dich veranlasst, IW-Mitglied zu werden?

Im Rotary Club meines Mannes werden die Ehefrauen immer eingeladen, IW-Mitglied zu werden. Auch meine Schwiegermutter war zu der Zeit IW-Mitglied und hat mich ermutigt, es ebenfalls zu werden.

Was hat Dich angeregt, Board Director und nun auch IIW-Präsidentin zu werden? 

Eigentlich war es vor einigen Jahren noch sehr schwierig für führende IW-Mitglieder der Philippinen, in den IIW-Vorstand gewählt zu werden. Der Grund war, dass die Wahlunterlagen damals per Post geschickt wurden und wir sie daher oftmals erst erhielten, wenn die Wahl schon vorbei war. Der Postweg zwischen den Headquarters in Manchester und den Philippinen war zu weit. Wir hatten es sogar schon aufgegeben, Board Directors für die Wahl zu nominieren. Aber 2018 besuchte IIW-Past-Präsidentin Kapila Gupta die Philippinen und war von der Arbeit unserer Clubs beeindruckt. Sie wunderte sich, warum wir keine Nominierungen für IIW vornahmen. Als sie die Gründe vernahm, teilte sie uns mit, dass wir die Wahlformulare auch herunterladen könnten. Sie bat unsere Nationale Repräsentantin, sich nach einer geeigneten Kandidatin für einen Board Director Posten umzusehen. Unsere NP dachte gleich an mich, da ich die jüngste der Past Nationalen Repräsentantinnen war, sehr aktiv war und über alle Voraussetzungen verfügte. Eine weitere PNP war ebenfalls daran interessiert, Board Director zu werden. Es hat dann eine Wahl stattgefunden, die ich gewonnen habe. Ich hatte das Glück, auch die Wahl für einen der 16 Board Director Posten zu gewinnen. Der Wunsch, die IW Philippinen weltweit bekannt zu machen, veranlasste mich, mich für den Posten der IIW-Vize-Präsidentin aufzustellen. Bereits sehr gut strukturiert, wurde IW Philippinen ein Gründungsmitglied von IIW. Ich war der Überzeugung, viel beitragen zu können, wenn ich ein Executive Mitglied würde und mich als IIW-Präsidentin für IW einsetzen könnte.

Du bist im Anschluss an die European IW Rallye in Berlin direkt zu uns in die Schweiz gekommen. Hattest Du seit dem Antritt Deines Amts schon andere offizielle Besuche?

Als IIW-Präsidentin bekomme ich von verschiedenen Ländern Einladungen, über wichtige Themen zu sprechen und Mitglieder zur Arbeit für die Gemeinschaft anzuregen. Das erste Land, das ich Ende August besuchte, war Bangladesh. Dort fand die South Asia Rally statt, an der Delegierte aus Indien, Nepal, Malaysia, Bangladesh und den Philippinen teilnahmen. Anschliessend flog ich zur European Rally in Berlin, wo ich meine Ziele und Wünsche als IIWPräsidentin mit 562 Inner Wheelerinnen aus 21 Ländern teilen konnte. Von dort flog ich in die Schweiz und traf dort National-, Distrikt- und Club-Führungsmitglieder. Im Oktober werde ich wieder in Manchester sein, wo ich das Internationale Governing Body Meeting präsidieren werde. Dann werde ich Australien anlässlich der nationalen IW-Versammlung besuchen. Im November geht es dann nach Indien zur Versammlung der Past Distrikt Governors. Ich werde dort auch an einigen Gründungsgeburtstagen von IW-Clubs teilnehmen.

Hast Du Unterschiede zwischen asiatischen und europäischen Clubs feststellen können?

In Asien haben wir erfolgreich jüngere Mitglieder rekrutieren können, die natürlich das Durchschnittsalter der Clubs senken. Vielleicht ist der Grund, dass junge Leute in Asien bei ihren Eltern leben, weniger obligatorische finanzielle Pflichten haben und so über Zeit und Ressourcen verfügen, um sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen zu können.

Mit der Übertragung Deiner Amtsübergabe über Zoom, Facebook und Instagram hast Du IW einen Weg zur modernen Kommunikation gewiesen. Was könntest Du Dir in dieser Hinsicht für die Zukunft von IW vorstellen?

Durch diese technologische Entwicklung können sich die IIW-Vorstandsmitglieder und IW-Mitglieder auf jeder Ebene näherkommen. Die IIW-Präsidentin kann virtuell an den verschiedensten Programmen der Welt teilnehmen, wenn sie dazu eingeladen wird. Ich denke, dass dies von den Mitgliedern geschätzt wird, dass sie direkten Kontakt mit Führungspersonen haben können.

Was empfindest Du als Deine grösste Aufgabe und was möchtest Du gerne erreichen?

Inner Wheel in allen Ländern zu verbreiten oder zumindest in 104 Ländern wie bisher.

Konntest Du allgemeine Probleme in den Clubs, Distrikten und Ländern feststellen?

Oftmals gibt es Schwierigkeiten, Vorstandsmitglieder für Clubs und Distrikte zu finden. Viele langjährige Mitglieder möchten keine Posten mehr im Club bekleiden, da es Zeit beansprucht und sie sich nicht dazu in der Lage fühlen. 

Was macht Dir am meisten Freude an der Arbeit der IIW-Präsidentin?

Ich bin begeistert, dass ich als IIW-Präsidentin so viele Mitglieder wie möglich treffen und die verschiedenen Praktiken und Traditionen der Clubs kennenlernen darf. Und dass alle, unabhängig von ihrer Art und Weise, für das gleiche gemeinsame Ziel arbeiten.

Gibt es auch Aufgaben, die Dir weniger gut gefallen?

Bisher nicht.

Was wünschst Du International Inner Wheel für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass International Inner Wheel ein eigenes Headquarter Gebäude bekommt.


Anne Scerri, Marlis Chanton und Zenaida Farcon